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Die Kirche des „Heiligen Vinzenz“ in Donostia (San Sebastián)

Die Kirche des Heiligen Vinzenz in Donostia-San Sebastián, Foto GOEDE

SAN SEBASTIAN (12.06.2026) – Donostia ist seit 2023 eines unser auserkorenen Lieblingsziele, die Stadt zu entdecken ist bei jedem Besuch eine wahre Freude. Neben dem bunten Shopping-Erlebnis und quirligen Abendleben hat die Stadt aber auch besondere kulturelle Highlights zu bieten – wie die Kirche des „Heiligen Vizenz“ im Herzen der Altstadt.

Blick auf den historischen Altar

Die Geschichte der Kirche des Heiligen Vinzenz reicht bis ins Jahr 1197 zurück, als hier eine romanische Gemeindekirche fränkischer und gaskognischer Gläubiger stand. Das heutige Gebäude wurde 1507 im Stil der Spätgotik errichtet und ist damit das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt.

Einen wertvollen Einblick in das kirchliche Leben der frühen Neuzeit gewährt das sogenannte „Besucherbuch“, das ab 1540 die Anordnungen der Bischöfe bei ihren Visitationen festhält. So verfügte z.B. der Bischof von Pamplona im selben Jahr die ordnungsgemäße Durchführung der Taufe sowie die Spendung weiterer Sakramente. Bereits 1562 besaß die Kirche einen Glockenturm, und 1564 wird erstmals die kunstvolle Monstranz des Heiligen Vinzenz urkundlich erwähnt.

1568 wurde der große Altaraufsatz aufgestellt – ein Werk des Meisters Ambrosio de Bengoechea aus der Schule Juan de Anchietas. 1580 erfolgte die rechtliche Trennung der Gemeinden von Santa María del Coro und San Vicente Mártir. 1592 traf aus Rom eine Reliquie des Heiligen Vinzenz ein, die in einem silbernen Arm gefasst aufbewahrt wurde. Im Jahr 1619 erhielt die Kirche ein repräsentatives Portal vor dem Haupteingang, und 1666 wurde die Sakristei, die heutige Kapelle, errichtet.

1772 beschränkte Papst Clemens XIV. das Privileg des kirchlichen Asyls in San Sebastián auf Santa María del Coro und San Vicente Mártir. 1784 wurden die Chortreppe und eine eiserne Balustrade als Brüstung eingefügt.

Im Jahr 1813, während der Belagerung der Stadt, diente San Vicente als Lazarett für Verwundete. Am 19. September desselben Jahres wurde hier der Eid auf die neue spanische Verfassung geleistet – gesetzliche Voraussetzung für die Einsetzung des neuen Stadtrats. Im Februar 1826 tagten die Generalversammlungen der Provinz Gipuzkoa in der Sakristei. 1856 wurden die Kirchtürme errichtet, und 1860 wurde die Sakristei mit einem Marmortisch und Schränken ausgestattet. 1863 fielen die Stadtmauern.

die Orgel des Pariser Hauses Cavaillé-Coll

1868 wurde die renommierte Orgel des Pariser Hauses Cavaillé-Coll eingebaut, die später vom Toulouse Haus Puget erweitert wurde.

1891 folgten umfangreiche Renovierungsarbeiten der Kirche, bei denen ein Baptisterium in semi-oktogonaler Form entstand.

1929 wurden die Wände der Kirchenschiffe, Säulen und Gewölbe neu gestaltet, vier Rosettenfenster eingebaut und die Altarbilder reich verziert. 1970 erfuhr die Kirche eine umfassende Modernisierung: Die Wände wurden abgeschlagen, ein neuer Marmorboden verlegt, eine neue Beleuchtung installiert und das Presbyterium an die heutige Nutzung angepasst. 1973 schließlich wurde die Sakristei, die heutige Alltagskapelle, vollständig renoviert.

Seither kam es nur noch zu Instandhaltungsarbeiten des Gotteshauses. Es ist absolut einen Besuch wert und bietet einen Ruheort in den lauten Gassen rund um die Kirche.

Weiterführende Links:

die Kirche des „Heiligen Vinzenz“ in Donostia (bilder für eine Vergrößerung anklicken)


© Text Hans-Martin Goede 12.06.2026, Fotos © Mai 2026 – gerne erfragen Sie weiteres hochauflösendes Bildmaterial aus unserer umfangreichen Datenbank, wir lizensieren Ihnen gerne gewünschte Motive.