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Reisebericht: Cantal (Auvergne)

Der Naturpark Volcans - einfach faszinierend gigantisch!

Der Naturpark Volcans – einfach faszinierend gigantisch!

AURILLAC (hmg) – Es gibt Regionen in Frankreich, da muss man einfach wieder hin! Das gilt neben der Bretagne und der Provence ganz besonders für das Perigord und die Auvergne. Über Clermont-Ferrand gelangt man in einen der größten Naturparks Europas – dem „Parc Regional des Volcans Auvergne“. Man kann sie kaum zählen, die Kegel der erloschenen Vulkan aus der grauen Vorzeit, aber sie gehen in die tausende. Bis über 1800 Meter hoch sind die alten „Höllenschlunde“, einst der Lavaschlot, heute ein grünes, aber sich langsam auflösendes Gesteinsgebilde.

Europäische Wanderwege wie dem GR400 oder GR480 schlängeln sich durch Täler, Wälder und über die Bergkegel. Unvorstellbar, dass hier noch vor mehr als 100.000 Jahren die Hölle los war, Lava die Berghänge hinunterstürzte, Gesteinbrocken durch die Luft flogen, die Luft durch Gase und Staub nicht atembar war.

Salers - die Stadt des Käse der Auvergne

Salers – die Stadt des Käse der Auvergne

Weiter südlich trifft man auf die mittelalterliche Stadt Salers, gut 1000 Meter hoch gelegen an der Bruchkante eines Höhenzuges. Diese Stadt ist nicht nur Namensgeber der dortigen Rinderrasse (reinbraun), sondern auch des aus Enzian gewonnenen gleichnamigen schmackhaften Likörs und des Käses. Diese sehr würzige und doch milde „Rundling“ muss ungewöhnliche Bedingungen erfüllen, um als Saler-Käse verkauft werden zu dürfen: die Milch muss von Salersrindern kommen, die auf mindestens 1000 Meter Höhe frei weiden, die Produktion darf nicht industriell sein sondern geschieht auf kleinen Höfen mit eigenen Käsereien – zusammengeschlossen im A.O.C. – der Käsestrasse der Auvergne, auf der man sich durch die Probierstuben käsen kann!

Blick in den Gouffre de Padirac

Blick in den Gouffre de Padirac

Über Aurilliac gelangt man ins Innere des Cantal, eine hügelige, meist bewaldete Landschaft mit schroff abfallenden Tälern wie das der Dordogne, Maronne und Cére. Weiter westlich nahe dem Perigord schließt sich eine brüchige, trockene Karstlandschaft an, der Gouffre de Padirac ist der „Schlund in den Boden“, ein tiefes Loch im Boden und durch einen schmalen Schlund gelangt man in die eigentliche Höhle mit einem Fluss, auf dem man per Boot zu den Tropfsteinen gelangt. Rocamadour ist die Pilgerstadt nahe dem Gouffre, ein an den Karstfelsen geklebtes Kloster und seine touristische Sündenmeile mit allen erdenklichen „Andenkenverkäufen“ wie man seinesgleichen sucht.

Rocamadour - die Pilgerstadt der Region

Rocamadour – die Pilgerstadt der Region

Die Autobahn A 20 ist mit die Trennlinie zum Perigord, der Landschaft mit den Nussbäumen (Nusslikör aller Art ist die Spezialität der Region, ebenso die Ursprungsregion aller französischen Pasteten, angefangen beim Rilette und endend bei der Foie Gras (Gänseleberpastete). Die Schlemmerregion Frankreichs schlechthin. Wer mehr menschliche Kulturspuren sucht, landet hier im Tal der Vézere mit der Grotte de Lascaux (der Nachbau Lascaux II ist für Besucher geöffnet) bei Montignac und den Höhlen rund um Les Eyzies, die mit Höhlenmalereien aus der menschlichen Frühzeit vor 30 bis 40.000 Jahren mehr als sehenswert sind. Wer dann müde geworden ist, sollte nach Tamiens oberhalb der Beune fahren und im Hotel-Restaurant Laborderie den Aperitivwein „Montbaziliac“ und Pastetenmenüs der Region genießen. Wer meint, dies alles in 2 Wochen abhaken zu können, liegt damit vollkommen falsch, es braucht wohl unzählige Urlaubswochen, dies alles zu erkunden und zu „erschlemmen“!

© Text und Fotos Hans-Martin Goede, 10.09.2002 und 15.09.2015

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