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Reisebericht: Korsika

Panorama von Ajaccio von der Fähre aus

Panorama von Ajaccio von der Fähre aus

AJACCIO (hmg) – Korsika, wenn man an diese Insel denkt, meint man hohe Berge, kahle Landschaft, heißes Wetter und Strandleben a la Mallorca. Es gibt einen Satz, den jeder echte „Corse“ oder auch nur Korsikaurlauber prägt: „Entweder man hasst diese Insel oder man liebt sie“.

Korsika erreicht man, wie es bei einer Insel üblich ist, entweder per Schiff (Autofähre von Marseille, Toulon, Nizza oder Genua aus) oder per Flugzeug (Bastia im Norden, Ajaccio im Südwesten). Wir sind mit der Fähre Toulon-Ajaccio angereist (175 Kilometer übers Meer). Nach rund 5 Stunden Fährfahrt eröffnet sich am Horizont urplötzlich aus dem Dunst ein gigantisches zerklüftetes Bergpanorama, immerhin geht es an den höchsten Spitzen bis weit über 2000 Meter hinauf!

Plage de Ménasina (Cargese)

Plage de Ménasina (Cargese)

Unser Ziel war die Bucht von Sagone, etwa 50 Kilometer nördlich von Ajaccio. Während rund um die Hafenstadt Ajaccio der Massentourismus herrscht, gerät man wenige Kilometer weiter nördlich in eine weitaus ruhigere Gegend. Fantastisch die Fauna der Insel: während die Süd- und Südwesthänge wegen der Sonnenstrahlung mit trockenem Gestrüpp und Kieferngehölz und viel blankem Fels sich präsentieren, hat man an den Nordhängen der steilen Berge, also auf der sonnenabgewandten Seite, mehr das Gefühl in einem echten Urwald zu stehen. Knorrige Bäume starren in den Himmel, ihr eigenes Laub wird von Schlingpflanzen, Efeu und anderem Gestrüpp überwuchert, wo in etwa der Erdboden sein muss, läßt sich nur dumpf erahnen.

Passblick vom Col de Sevi ins Landesinnere

Passblick vom Col de Sevi ins Landesinnere

Die Buchten sind überall überschaulich und etwa zwischen 500 und 2000 Meter lang mit feinem Sandstrand überzogen, hier und da ragen Felsnasen ins türkise Mittelmeer und unterbrechen die selbst in der Hochsaison nicht überfüllten Strände. Lange Sandbänke erlauben das watten oder schwimmen bis weit raus ins Meer, das im Sommer generell 24 bis 28 Grad warm ist. Hotel- und Appartementpreise (wie schon die Fährüberfahrt) sind gesalzen, bei Hotels direkt am Strand oder in weit über 1000 Meter Höhe kann man aber getrost auf den Luxus einer Klimaanlage verzichten – das Meer mit einer ständigen leichten Brise bzw. der rauhe Bergwind machen auch heisse Nächte erträglich. Im tiefgelegenen Landesinneren hingegen ist bei schwachen Kreisläufen die Technik der Kühlung empfehlenswert…

die unterschiedlichsten Gesteinsfärbungen kann man in den Bergen sehen

die unterschiedlichsten Gesteinsfärbungen kann man in den Bergen sehen

Das faszinierende an Korsika sind die Berge, Höhenzug für Höhenzug ergeben sich neue Panorama-Ausblicke. Wer ein wenig genauer hinschaut, sieht die unterschiedlichsten Gesteinsfärbungen, die von ockerrot über grau und hellgrau hin zu braun oder gelbbraun reichen. Zerklüftete Schluchten wechseln sich ab mit Urwald und blankgeschrubbten Felsformationen, schmale Bergstrassen machen eine Tour ins Landesinnere mit steil abfallenden Hängen nach unten wie oben zum Abenteuer.

Während die Esskultur der Festlandfranzosen bekannt ist, ebenso die italienische, so sucht man speziell korsische Spezialitätenrestaurants vergeblich. Eher verlegen sich die „Corsen“ auf einzelne wirklich leckere Speisen und Getränke, sei es der korsische „Stinkekäse“ der Ziegen (siehe auch „Asterix und Obelix auf Korsika“), der auf den Märkten und in den Supermärkten meilenweit gegen den Wind „riecht“, oder die Fischzubereitungen der Restaurants am Meer. Bei den Getränken läßt man sich gerne als Aperitiv den „Cap Corse“ auf Eis servieren, zum Essen ist der korsische Rosé (Wein) unverzichtbar, der Rouge (rot) bzw. Blanc (weiss) sind geschmacklich eher gewöhnungsbedürftig. Als Abschluss empfiehlt sich auch der speziell gebrannte korsische schwarze („Negro“) Expresso, der ungewöhnlich mild und dennoch stark gebrannt ist. Mehr dazu auch bei unserem Gastrotipp zu Korsika 🙂

Sonnenuntergang Bucht von Sagone

Sonnenuntergang Bucht von Sagone

Korsika selber hat bei den Einwohnern (im Winter sind es nur rund 250.000 Bewohner!) einen Riss in der Bevölkerung. Die gebirgige Westseite ist mit französischem Einschag, die flachere Ostküste mit kilometerlangen Sandstränden ist mehr italienisch geprägt. Die Insel ist daher zweisprachig, man kommt überall mit französisch und italienisch weiter. Nächtliche Fahrten quer durch die Insel sind nicht ratsam, auch heute noch gibt es die berüchtigten Räuberbanden, im Alltagsgespräch auch als die „Separatista“ verschriehen, die eine Loslösung von Frankreich erreichen wollen….

Wir haben die Insel mit der Option „wir lieben sie“ verlassen und werden sicherlich mal wieder dorthin fahren, denn mit einem Urlaub alleine läßt sich diese riesige Insel nicht erkunden.

© Text und Fotos: Hans-Martin Goede, 02.08.2002

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