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Reisebericht: Barcelona

Antoni Gaudi´s Drache im Parc Güell

Antoni Gaudi´s Drache im Parc Güell

BARCELONA (hmg) – Städtereisen kann man dank der Billig-Airlines ja derzeit ziemlich kostengünstig durchführen – schon „zum Taxipreis“ (ab 19,99 Euro) in den sonnigen Süden?! Mag ja für den oder die eine(n) klappen, aber genau durchrechnen sollte man schon: Wir haben diesmal Barcelona ins Visier genommen. Und da sind die Billig-Airlines auf einmal garnicht mehr so billig. Mit RyanAir bzw. Easy-Jet kann man von Baden-Baden nach „Barcelona-Girona“ fliegen. Nur muss man eben erstmal nach Baden-Baden kommen und dann von Girona die 100 Kilometer nach Barcelona! Und das kostet…. Unterm Strich war die deutsche Lufthansa mit den Cityhopper von Stuttgart nach Barcelona-Prat (BCN`s direkter Flughafen 15 Kilometer vor den Toren) lediglich 10 Euro teurer als RyanAir – und die haben sich dann mit dem Ticketpreis Girona-BCN auch gerechnet… So ist es dann doch manchmal besser, nicht auf die Marktschreier zu hören, sondern gut zu vergleichen, und so landeten wir nach rund 90 Minuten mit der Lufthansa in Prat.

der Placa Catalunya - Ausgangspunkt für alle Ziele

der Placa Catalunya – Ausgangspunkt für alle Ziele

Doch gleich hier beginnt ein kleines Abenteuer: wo ist die Tourist-Information?!? Klein und versteckt ohne große Hinweistafel neben den Ticketschaltern der Airlines finden wir sie. Während die schwäbelnde Deutsche Dame anderen deutschen Touris weiterhilft, wenden wir uns an die griesgrämige Spanierin auf Englisch – wie kommen wir nun kostengünstig in die City weiter zum Hotel? Nun, da empfiehlt sich zum einen das 4-Tages-Bahn-Ticket für 15 Euro pro Nase (Preis 2004) oder alternativ die Barcelona-Card für 4 Tage zu 25 Euro (Preis 2004), inkl. Gutscheinen für Rabatte auf Museen und andere Eintrittsgelder. O.K., die wollen wir haben, legen unsere VISA-Karte vor und ernten nur Kopfschütteln: „Only cash“! Well, thats not good for us – wir dachten wir sind in einer Touristenhochburg mit Akzeptanz von Kreditkarten?! Nichts ist, schnell das Bargeld durchgezählt – 90 Euro?! Das brauchen wir eigentlich für Getränke und Trinkgeld zwischendurch. 2×25 Euro zahlt man doch per VISA und nicht bar. Nein, geht nicht – dann rutscht uns den Buckel runter, die Sonne scheint, was wollen wir in Museen…

Das Bahn-Logo im Flughafen weist in die erste Etage? Aber da ist keine Schnellbahn zu sehen – also raus vor die Tür und den Airoport-Bus gesucht. Nichts zu sehen – aber da links stehen eine Menge Touristen und schon fährt der Schnellbus vor. Während das einzelne Bahnticket laut Tourist-Info für 2,20 Euro zu haben wäre, kostet der Schnellbus zum Placa Catalunya 3,90 Euro (12 Minuten Fahrt). Dort angekommen, klärt uns am Ticketschalter der Metro ein freundlicher bettelnder Ire darüber auf, dass wir auch für 60 Cent vom Flughafen her mit der Bahn hätten fahren können. Denn es gibt für die Metro das sogenannte T10-Ticket (wahlweise auch als T50 zu 25 Euro!), 10-Fahrten-Streifenkarte für 6 Euro, gilt auch für den Schnellzug zwischen Flughafen und City. O.k., das sind also die Insidertipps, die wir hier so gerne verraten 😉 ach ja: die Schnellbahn am Flughafen startet außerhalb. Am Lufthansa-Terminal die Halle verlassen, sich nach links wenden und über die Brücke per Rollband ca. 500 Meter zum Bahnhof laufen!

am Placa Reial in der gotischen Altstadt

am Placa Reial in der gotischen Altstadt

Mit dem T10 fährt man eine Strecke so weit wie man muss (wir haben an 4 Tagen gerade mal 3 dieser T10 verfahren – zu zweit – und waren so nur 18 Euro und nicht 30 bzw. 50 los!). Barcelona´s Sehenswürdigkeiten sind am besten von Placa Catalunya aus zu erforschen, es ist der zentrale Platz zwischen gotischer Altstadt und der Jugendstil-Hochburg Eixample im Westen. Gutes Schuhwerk ist angesagt, denn ein Ziel anzusehen und dann wieder zurück zur Metro und eine Station weiter (auch wenn die Metro tagsüber alle 5 Minuten fährt!) fahren, ist unlogisch, zu Fuss gehts schneller. Und so fährt man am sinnvollsten einmal zur Sagrada Familia, BCN´s Wahrzeichen schlechthin. 1883 übernahm Barcelonas berühmtester Architeckt, Antoni Gaudi (1852-1926), die Bauleitung der 1882 begonnenen neuen zweiten Großkirche für die Stadt. Er gestaltete das anfangs als gotisches Kirchenhaus geplante Werk in ein buntes und mit Rundungen und Kurven versehenes Kunstwerk um, an dem heute immer noch fleissig gebaut wird. Auch wenn die Kirche stark umstritten ist – dank der horrenden Eintrittspreise (8 Euro) finanziert sich der Bau der Kirche von selber.

Gaudi´s Casa Batllo

Gaudi´s Casa Batllo

Auch sonst ist der Stadtteil Eixample mehr als sehenswert. Neben der Casa Batllo, Casa Amatller, Casa Morera sowie Casa Mila der berühmtesten Barceloner Architekten (ja, es gab noch andere neben Gaudi!) kann man gleich noch mit der Metro L3 über die Haltestelle Vallcarca einen Trip in den Parc Güell machen. Dieses Gebiet, eigentlich als Gartenstadt geplant, geriet zum Experimentierfeld Gaudi´s – und im Gegensatz zu seinen kostenpflichtigen Häusern in Eixample ist dieser Parc kostenfrei zu besichtigen! So sieht man viel mehr als nur ein Zimmer und ein buntes Dach wie in der Batllo… Pflichtprogramm ist natürlich auch die gotische Altstadt, neben dem Triumpfbogen sollte die Seefahrerkirche Santa Maria, die „Catedral“ mit ihrem wunderbaren historischen Holzchor und Innenhof, aber auch die teilweise erhaltene gotische Stadtmauer am Nordrand der Altstadt, nicht ausgelassen werden. Der Rest der City windet sich in engen Gassen und Straßen mal quer, mal geradeaus mit unzähligen Passagen und Geschäften aller Einkommensschichten. Schuhe sollte man in Barcelona kaufen – die sind dort wesentlich günstiger, selbst teure Italiener sind meist unter 100 Euro das Paar zu erhalten!

auf der Rambla ist tags wie nachts viel los

auf der Rambla ist tags wie nachts viel los

Das Nachtleben spielt sich auf der Rambla zwischen dem Placa de Catalunya und der Kolumbussäule nahe dem Hafen ab – Straßenkünstler aber auch Halunken (Hütchenspieler) unterhalten Einheimische wie Besucher mit einem bunten Programm. Rechts und links laden die Geschäfte teilweise bis um 22 Uhr zum Shoppen ein, dazwischen jede Menge Restaurants. Man sollte sich aber nicht gleich von jedem „gesprächigen“ Ober einfangen lassen – sobald so einer auf einen zustürzt, nur weil man die Speisekarte aus 10 Meter Entfernung mustert, sollte man schleunigst abdrehen. Sonst wird man mit einem Schwall aus Englisch, spanisch und katalan zugemüllt. Gute Restaurants haben keine „Rattenfänger“ nötig – siehe unter Gastrotipps auch der Hinweis zum „Egipte“ an der Rambla, das wohl einzige empfehlenswerte Restaurant auf der Rambla! Wer ein wenig abseits der Rambla essen gehen will, kann dies getrost im EL MUSSOL in der Carrer d`Casp Nr. 19 nahe dem Placa Catalunya (oder in den Filialen auf der Arago Nr. 261 bzw. Av. Diagonal Nr. 488 mit seinen Grillspezialitäten tun oder ins TALLER de TAPAS in der C. de l’Argenteria Nr. 51 (nahe der Kirche Santa Maria) gehen und sich die örtlichen Tapas-Spezialitäten antun. Gehobenen Genuss kann man direkt am Strand nahe dem Port Olympic im BESTIAL genießen -wohl eines der ungewöhnlichsten Restaurants in BCN, die wir kennengelernt haben.

Sagrada Familia in Barcelona

Sagrada Familia

Barcelona ist eine multikulturelle Stadt, hat eine bewegte Geschichte hinter sich und erlebt seit der Zuteilung der Olympischen Spiele für 1992 einen ungeahnten Boom. Die Stadtväter sprechen gerne von der „dritten Neubegründung“ der City, wurde doch eigens für 1992 neben den Spielstätten am Montjuic im Süden auch das gesamte Hafengebiet umgestaltet. Ende der 90er Jahre wurde dann auch das Rambla de Mar aus den Resten des alten Hafengebietes gestampft – ein riesiges Einkaufszentrum mit Filmpalast, Aquarium und Shopping-Mal, erreichbar über die alte „Mole“ oder über die Schiebebrücke der Rambla. Im Port Vell liegen zigtausende von Segelbooten, die Seilbahn ermöglicht einen fantastischen Ausblick mit ihrer Fahrt quer über den Hafen hinauf zum Montjuic. Und wem das alles genug ist, der fährt an die Platjas (Strände) von BCN und holt sich zum Tagesabschluss noch einen ordentlichen Sonnenbrand…

© Hans-Martin Goede, Stuttgart 13.06.2004


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