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Reisebericht: Berlin

ein Protzbau sondergleichen - das Bundeskanzleramt ("Waschmaschine") gegenüber dem Reichstag

ein Protzbau sondergleichen – das Bundeskanzleramt („Waschmaschine“) gegenüber dem Reichstag

10. Juni 2004 – Wer einmal eine Reise tut… und das ausgerechnet nach Berlin – der fährt so schnell nicht wieder hin! Denn wer einmal „Großstadtluft“ a la London, Paris oder Barcelona geschnuppert hat, der ist über Berlin doch sehr enttäuscht. War Berlin zu Zeiten Erich Kästners („Emil und die Detektive“) noch eine Faszination, so lebt Berlins Ruf heute nur noch von der alten Glanzzeit der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Denn auch rund 14 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung ist Berlin immer noch zweigeteilt -in den mühsam Niveau haltenden Westen und in den renovierungstechnisch bemühten Osten der ehemaligen DDR. Berlin ist eine Großbaustelle – unbestritten, doch als wir Tage später mal wieder in Hamburg waren, ist die Hansestadt an der Elbe ebenso um Großprojekte bemüht. Während sich in Berlin das eigentlich hervorragende S-Bahn-Netz mit seinem Stadtring geruchstechnisch am Rande des Erträglichen befindet und von Sanierung keine Spur zu sehen ist (mit Ausnahme vielleicht der U-Bahn-Station Dahlem, siehe Bild!), sind die S-Bahnen Hamburgs neu, die Bahnhöfe sauber und die, die es nötig haben, werden zur Zeit aufwändig und mit Anspruch an ein hohes Niveau saniert. Das sind Klassenunterschiede, die man in Deutschland kaum für möglich hält. Aber während sich Berlin eben am Rande des finanziellen Zusammenbruchs befindet, steht Hamburg noch vergleichsweise gut da, ist sogar Geberland im „Risikostrukturausgleich“ der Bundesländer.

unter den Linden - Berlins Flaniermeile

unter den Linden – Berlins Flaniermeile

Wer nun aber die Augen vor den Schwächen Berlins schließt, der erlebt einiges in Deutschlands städtischem Touristenanziehungspunkt Nummer eins. Beginnen sollte man in den Außenbezirken wie in Spandau – es muss ja nicht gleich das Brandenburger Tor sein! Hier steht die historische Zitadelle, die einstmals das alte Berlin vor Feinden schützen sollte. Vom Juliusturm hat man hier einen wunderbaren Ausblick auf die Spandauer Altstadt. Wer dann in Richtung Innenstadt fährt, kann diese entweder per U-Bahn und per Fußweg erkunden, oder nimmt an einer Kanalrundfahrt teil. Da der Berliner Stadtkern von Havel und Spree durchflossen wird und hier aus „Verbindungszwecken“ jede Menge Kanäle vorhanden sind, kann man sich bequem per Schiff an den Sehenswürdigkeiten vorbeischippern lassen (so die Gebäude nicht gerade alle eingerüstet sind…). Sonst gibt es hier nur die touristischen Einheitsziele: der Reichstag, das neue Abgeordnetenhaus der Bundestagsabgeordneten, die „Waschmaschine“ (Bundeskanzleramt, ein unglaublicher Protzbau, gegen den selbst das Weiße Haus in Washington eine armselige Hütte ist, Ex-Bundeskanzler Kohl sei Dank!), Tiergarten, die Siegessäule (errichtet für das preußische Heer um seine Siege standesgemäß über seine „Feinde“ zu feiern), das Brandenburger Tor, die Flaniermeile unter den Linden (allerdings derzeit dank der dort beheimateten US- und britischen Botschaft streckenweise zur Festung wegen Terrorgefahr verbaut), der Berliner Dom, die alte Universität, dann das „Rote Rathaus“ (in den roten Ziegeln ist die gesamte Geschichte Berlins eingraviert!), der Alexanderplatz mit seinem 368 Meter hohen Fernsehturm (in seiner stählernen Kugel befindet sich eine „Telecafe“, das sich in 30 Minuten um seine eigene Achse dreht!) und natürlich der Weltzeituhr. Wer hier rund um den Alex shoppen gehen will, muss vom westlichen Standard noch ein paar Abstriche machen, in unseren Augen sind hier die Galerien wie Kaufhäuser doch sehr „verramscht“. Ganz anders da der „alte“ Westen mit dem Kuhdamm und der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die noch als Mahnmal des zweiten Weltkrieges als Ruine stehen geblieben ist. Doch ein Abstecher zum Potsdamer Platz muss sein. Zu Zeiten der Berliner Mauer ein riesiges leeres Areal mit Stacheldraht, Betonmauer, Scheinwerfern und Todesstreifen, wachsen hier heute monströse Hochhäuser in den Himmel. Neben Zentralen großer deutscher Weltkonzerne (nun weiss man endlich, warum die Bahn-Preise so hoch sind, wenn man sich solche Paläste baut!) und einem eigenen ICE-Halt (ab 2006), ist hier das SONY-Center mit seiner gigantischen Kuppel Publikumsmagnet – und das rund um die Uhr. Neben dem Kuhdamm ist der Potsdamer Platz wohl mit ein Zeichen Berlins für Weltformat!

Hochhausgiganten am Potsdamer Platz, Berlins neues Herz

Hochhausgiganten am Potsdamer Platz, Berlins neues Herz

Bei schlechtem Wetter hilft nur eines: rein in die Museen – und das mit 10 Euro per „Museumspass“ – all inclusive! Welche Museen? Na, da gibts eine eigene „Museumsinsel“ – eine wahre Schatzinsel mit verschiedensten Exponaten aus aller Welt: das Pergamon-Museum mit den berühmten Stufen zum Altar von Pergamon – oder man wandelt durch die mit Fabelwesen reich verzierte blaue Pforte von Ishtar, ein Stadttor des alten Babylon. In der alten Nationalgalerie gibt es ständig Ausstellungen deutscher wie internationaler Künstler aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Ein wenig abseits gelegen dann das Ägyptische Museum mit der Statue der „schönsten Dame Berlins“ – der etwa 3.300 Jahre alten Statue der Nofretete. Aber auch Skulpturen aus Syrien und Babylonien sind hier zu sehen. Ganz in der Nähe auch das Schloss Charlottenburg – einst erbaut von dem preußischen König Friedrich I. für seine Frau Sophie Charlotte, ist dieses barocke und stark verzierte Palais eine Anlehnung an Versailles bei Paris. Nur dass Versailles eben noch größer und protziger ist… aber im Park von Charlottenburg läßt es sich vortrefflich erholen (sofern nicht gerade eine dunkle Wolkenwand aufzieht…)!

der alte Kaisersaal im Sonycenter

der alte Kaisersaal im Sonycenter

Unser Fazit: Berlin muss man (ein-)mal gesehen haben. Das genügt. Zwischen 1988 und 2004 hat sich die Stadt trotz der Finanznot gut entwickelt. Doch das Verkehrsnetz liegt vielerorts im Argen, vor 2006 ist hier kein Ende des täglichen Chaos abzusehen. Übernachten kann man natürlich in teuren Hotels – oder man sucht ein wenig im Internet und findet im Südosten der Stadt (z.B. Johannistal) preiswerte private Pensionen inkl. Frühstück und täglich frisch gemachten Betten – und das schon ab 25 Euro pro Nase…! Mit der S-Bahn ist man binnen 15-25 Minuten dann trotzdem in der City – und ein Tagesticket macht sich sowieso schnell bezahlt.
Mehr Infos rund um die deutsche Hauptstadt auch unter www.berlin.de

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