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Reisebericht: unterwegs im Allgäu

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Von Oberstdorf bis ins Trettachtal und ins österreichische Kleinwalsertal

Oberstdorf im Allgäu - enge Gassen, viele Geschäfte

Oberstdorf im Allgäu – enge Gassen, viele Geschäfte

30. Oktober 2008 / 29. Oktober 2014 (hmg) – Für viele Familien sind die Alpen (und das Alpenvorland) inzwischen eine kaum noch finanzierbare Urlaubsangelegenheit. Ferienwohnungen und -häuser kosten, so man wenigstens einen gewissen Komfort genießen will, schnell deutlich über 500 Euro pro Woche. Ein „Haufen Holz vor der Hütte“ in Zeiten von steigenden Preisen und klammen Familienbudgets.

Auch Oberstdorf gehört nicht gerade zu den billigen Pflastern, doch wer seinen Besuch dort richtig plant, kann durchaus erholsame Tage für Nerven, Kinder und Geldbeutel haben. Und wenn dann noch das Wetter mitspielt und spätherbliche Sonnenstunden und leichter Föhn eine enorme Fernsicht erlaubt: was will man mehr?!

mit der Nebelhornbahn schwebt man direkt über die Erdinger-Arena und die 4 Ski-Sprung-Schanzen

mit der Nebelhornbahn schwebt man direkt über die Erdinger-Arena und die 4 Ski-Sprung-Schanzen

In 2008 haben die Tourismusverbände der Region mit dem „Bergbahnticket inklusive“ eine durchaus beachtenswerte Aktion aufgelegt. Bei vielen Anbietern von Ferienwohnungen und -häusern war das für den Aufenthalt gültige Bahnticket für die gesamte Familie im Mietpreis „inklusive“, auch in 2009 wird es dies geben. Achten Sie beim Buchen auf das grüne Logo mit der Seilbahngondel! Wenn man bedenkt, dass Erwachsene für eine Berg- und Talfahrt sonst regulär 21 Euro (2008) hätten hinblättern müssen, eine enorme Ersparnis: Nebelhorn, Fellhorn, Kanzelwand und Walmendinger Horn sind auf diesem Weg beliebig oft per Kabinenbahn erreichbar! Z.B. vom so schnell erreichten 2.224 Meter hohen Nebelhorn (bis zum Gipfel per Bahn) erschließt sich bei klarem Sonnenwetter der „400-Gipfel-Panoramablick“. Zum Greifen nah sind dann alle Berggipfel in der Umgebung, bei gutem Wetter ist sogar die Zugspitze zu sehen. Von der Station Höfatsblick gibt es sogar einen 600 Meter langen Panoramaweg für Behinderte und Kleinkinder, selbst Kinderwagen können diese gesplitteten Weg problemlos geschoben werden. Kurzweil dann wieder zurück an der Station: ein riesiger Kinderspielplatz und eine Kletterwand am Seilbahn-Betriebshaus für die Kids, die es besonders steil mögen, läßt die Eltern Ausblick mti Kaffee genießen.

Blick in das südwärts ausgerichtete Trettachtal

Blick in das südwärts ausgerichtete Trettachtal

Die etwas geübteren Kletterer können übrigens eine „Gratwanderung auf dem Klettersteig“ vom Nebelhorn zum 2.280 Meter hoch gelegenenen Daumen machen, doch neben einer gewissen Bergerfahrung ist hier auch das richtige Schuhwerk gefragt. Versierte Profi-Bergsteiger können auch die Trettachspitze „erobern“, ein Routenempfehlung gibt es auf Bergzeit.de! Ein „Sonntagsspaziergang“ ist das aber nicht. Wem das alles „zu hoch hinaus geht“, der bleibt unten im Oytal, das sich von Oberstdorf über den Kühberg bis zum Oytal-Haus nur ganz langsam und eigentlich fast ebenerdig nach Südosten zieht. Hier reichen (trockenes Wetter vorausgesetzt) die üblichen Trekking-Schuhe und Absturzgefahr droht hier natürlich auch nicht! Entspannt wandern lässt es sich übrigens auch durch das Trettachtal. Es ist von der Talstation der Nebelhornbahn parallel zum Flusslauf der Trettach leicht zu durchwandern. Immer wieder eröffnen sich atemberaubende Ausblick nach Süden zum Alpenkamm. Großer Vorteil im Herbst: dieser Wanderweg ist meist in der (wärmenden) Sonne! Wer es bis nach Spielmannsau schafft, kann dort sich im Gasthaus erholen und die Südterrasse genießen, muss aber bedenken, dass es nochmal rund 8 Kilometer rückwärts geht. Zur Hauptsaison fährt für müde Wanderer allerdings auch ein Kleinbus das Tal auf  bzw. ab.

mit 2.224 m ist das Nebelhorn der höchste Berg im Allgäu der per Seilbahn erreicht werden kann und bietet einen Rundblick auf 400 Gipfel - gutes Wetter vorausgesetzt

mit 2.224 m ist das Nebelhorn der höchste Berg im Allgäu der per Seilbahn erreicht werden kann und bietet einen Rundblick auf 400 Gipfel – gutes Wetter vorausgesetzt

Oberstdorf selber bietet im Oktober noch einen zusätzlichen „Magneten“: die Geschäfte haben in der Regel ordentlich reduziert, die meisten Einzelhändler sind noch mit Sommer- und Herbstware voll und müssen dringend Platz für die nahende Wintersaison ab Dezember schaffen. Preisnachlässe bis zu 70 % auf hochwertige Markenwaren locken da zum ausgiebigen Shoppen. Wer also nichts von „rumkraxeln“ auf den Allgäuer Bergen hält, kann sich also zu dieser Jahreszeit bei grauem und nasskalten Wetter auch durchaus im Tal begeistern. Optional stehen jederzeit die Eislaufbahn und die Oberstdorf Therme offen.

Apropo kraxeln: ein wenig ebenerdiger kann man die Breitachklamm, den Talausgang des Kleinwalsertals (Österreich), erkunden. Dieses einzigartige Naturdenkmal ist die tiefste und auch eine der imposantesten Felsenschluchten Mitteleuropas und zählt zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns! Ihre Entstehung begann erst vor ca. 10.000 Jahren, als der abschmelzende Breitachgletscher anfing, den Schrattenkalk des Engenkopfes durchzusägen. Diverse Wanderwege und auch Rundwanderwege laden zu ausgiebigen Exkursionen ein, andächtig steht man in der Klamm auf der mittleren Brücke mit den Wasserstandsanzeigen von vergangenen Hochwassern. Zuletzt mit 6,6 Meter über dem Steg markierte der August 2005 einen neuen Rekord.

die Breitachklamm ist einer der tiefsten und schönsten Felsenschluchten Mitteleuropas

die Breitachklamm ist einer der tiefsten und schönsten Felsenschluchten Mitteleuropas

„Billig tanken im Nachbarland Österreich“ kursiert überall in den Medien. Doch dies gilt nicht für ganz Österreich: Die Enklave „Kleinwalsertal“ ist nämlich mit den üblichen Verkehrsmitteln nur von der Deutschen Seite her zu erreichen, die einzige hier noch verbliebene Aral-Tankstelle im Hauptort Riezlern hat ziemlich deutsche Preise. Das Kleinwalsertal sollte man also eher zum Wandern und Seilbahnfahren nutzen. Mit der Walmendinger Hornbahn ist man/frau in wenigen Minuten auf 1.996 Meter Höhe, auch hier der unvergleichliche Panorama-Blick auf die umliegenden Berggipfel: Fast schon trotzig wirkt da der 2.558 Meter hohe gegenüber liegende Widderstein, der mit seinem Gipfel und den Graten rechts wie links das Kleinwalsertal nach Süden hin abschließt.

Blick vom Fellhorn (Bergstation) zur Kanzelwand

Blick vom Fellhorn (Bergstation) zur Kanzelwand

Eine Seilbahn-Fahrt auf die Kanzelwand mit Wanderung rüber zum Fellhorn lässt sich ebenso wunderbar durchführen – geübte Wanderer brauchen für die Strecke zwischen 35 und 50 Minuten, die etwas ungeübteren halt ein etwas länger. Rückwärts läuft dann nur der Autofahrer, der Rest der Wandergesellschaft kann die Fellhornbahn talwärts nehmen und sich unten dann wieder vom „Kutscher“ einsammeln lassen. Dies lässt sich aber ebenso alles mit dem ÖPNV bewältigen, die Busverbindungen gehen von Seilbahn-Station zu Seilbahnstation bzw. in die Orte.

Mit richtiger Planung und Weitsicht läßt sich so im Allgäu ein bezahlbarer Familienurlaub durchführen und wenn sich dann auf der Rückfahrt über die A7 Richtung Ulm noch etwas Zeit abzwacken läßt, fährt man nach dem Autobahnkreuz mit der A8 noch ein paar Kilometer weiter der A7 folgend nach Norden und findet dort alsbald das Infoschild „STEIFF-Museum Giengen“ am Straßenrand.

das Allgäu verlässt man in der Regel über die A7 nach Norden. Nur wenig nördlich von Ulm befindet sich in Giengen die wohl berühmteste Stofftierfabrik: STEIFF ist mit seinem Museum wie Outlet-Store einfach ein "MUSS"!

das Allgäu verlässt man in der Regel über die A7 nach Norden. Nur wenig nördlich von Ulm befindet sich in Giengen die wohl berühmteste Stofftierfabrik: STEIFF ist mit seinem Museum wie Outlet-Store einfach ein „MUSS“!

Die faszinierende Welt von STEIFF ist einen Ausflug für „Groß und Klein“ wert, das Museum mit Liebe zum Detail gestaltet und in einer kleinen Zeitreise mit „Frieda und Knopf“ geht es von der Gründerin Maragarete Steiff hin in die modernen Zeiten und so findet Jeder mit Sicherheit im Abschluss „neue Freunde fürs Leben“, sei es im direkten Shop im Museum oder ein paar Teddy-Schritte der Straße folgend zum Outlet-Store mit den Abverkäufen alter Kollektionen oder „II.-Wahl“. Doch ein echter STEIFF-Teddy mit seinen dunklen Kuschelaugen kann einfach keine II.-Wahl sein – hier greifen selbst die Erwachsenen zu und haben mit Sicherheit feuchte Augen, denkt man doch gerne an die eigene Kindheit zurück und an seinen abgeliebten STEIFF-Teddy daheim, der nun einen Spielpartner bekommen wird…

Mehr Infos rund ums Allgäu und das Kleinwalsertal auch unter:
www.oberstdorf.de
www.kleinwalsertal.com
www.das-hoechste.de
www.breitachklamm.com

und nicht zu vergessen:
www.steiff.de

© Text und Fotos: Hans-Martin Goede, Stuttgart 2008/2009/2011/2012/2014/2015

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