Reiseblog: Insider Reiseziele und Urlaubtipps

Reisebericht: Ile d‘ Oleron

Cote Sauvage am Nordwestende von Oleron

Cote Sauvage am Nordwestende von Oleron

St. Pierre d‘ Oleron (© hmg) – Wo verbringt der Jet Set aus Paris seinen Sommerurlaub? Nein, nicht nur an der französischen Mittelmeerküste rund um Nizza und Cannes, sondern hauptsächlich an der Atlantikküste auf der Ile d‘ Oleron! Diese Insel, wenige Kilometer nördlich der riesigen Flußmündung der Gironde ist bekannt für ihre unterschiedlichsten Vegetationen. Während am Nordwestende mit der wilden „Cote Sauvage“ eher bretonische, windige und rauhe Verhältnisse herrschen, ändert sich das Klima auf dieser gerade mal 30 Kilometer langen Insel Richtung Südosten hin zu subtropisch mit Sandstränden, Kiefernwäldern und letztlich jeder Menge Palmen.

Bei Ebbe lassen sich an den Küsten von Oleron wunderbar Muscheln suchen

Bei Ebbe lassen sich an den Küsten von Oleron wunderbar Muscheln suchen

Die Anfahrt erfolgt über Limoges und die kurvenreichen Strecken des Charentes mit der weltbekannten Stadt Cognac. Die Insel ist mit einer mehr als 4 Kilometer langen Brücke mit dem Festland verbunden. Die Insel selber ist überzogen von Wohnwagen- und Häusercamps. Um zu einer festen Bleibe zu kommen, braucht es schon qualifizierte Anbieter, die die Häuser der Pariser verwalten, wenn diese einmal nicht gerade auf der Insel Jet-Setten.

La Cotiniere - "der" Fischerhafen der Region

La Cotiniere – „der“ Fischerhafen der Region

Während zur Hauptsaison (Mitte Juni bis Ende August) die Insel unbezahlbar ist, kann man in der Vorsaison (Mai bis Juni) durchaus sein Unterkunft-Schnäppchen machen. So die Heizung aber dann „weggeschlossen“ ist, kann man in kalten Nächten aber schnell der Bibbergrenze nahe kommen, denn heizen tut man hier in der Regel wegen des sonst üblichen suptropischen Klimas kaum.

Der Hauptort der Insel ist St. Pierre d‘ Oleron im Zentrum der Insel, hier gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten, von „Inselpreisen“ ist bei den Supermärkten nichts zu merken, die Flucht aufs Festland lohnt also nicht. Hinter St. Pierre schließt sich im Nordosten das Paradies aller Muschelfans an – Austernbänke (Huitres) und Fischzucht (Saumons) so weit das Auge reicht. Da das Gebiet nur wenige Zentimeter über dem Meeresspiegel liegt, ist die Muschelzucht hier dank der Gezeiten des Meeres und des milden Klimas wegen neben dem Tourismus die Haupteinnahmequelle. Jedoch wollten wir uns dieses riesige Areal nicht im heißen Sommer vorstellen – denn Mückenschwärme sind hier ja geradezu vorprogrammiert. Das wissen auch die Einheimischen, denn Häuser hat es hier keine – wenn man mal von den Fischerkaten absieht. Kommt man hier an die Küste, liegen kilometerlange Sandstände, Palmen und ein glattes, türkises Meer vor einem und mitten aus dem Meer erhebt sich eine alte Festungsanlage: Fort Boyard, bekannt bei uns durch diverse Filme und Soaps wie Spiele.

La Grande Plage auf Oleron mit Surfgarantie

La Grande Plage auf Oleron mit Surfgarantie

Aber den Südosten der Insel darf man nicht unentdeckt lassen: Der „Foret de St. Trojan“ (Wald von St. Trojan) erstreckt sich kilometerweit, unter ihm begraben liegen Sanddünen, durchzogen durch unzählige Wanderwege. Und hier stößt man auf einmal im Sand unter Kiefernbäumen auf 2 nebeneinander verlaufende Eisenstränge – ein gellender Pfiff! Schnaufend taucht „Le Train“ zwischen den Bäumen auf, der Strandzug, der von der Touristenmetropole St. Trojan quer durch den Wald an den „großen Strand“ (Le Grande Plage) tingelt. Mit Ausweichschienen für den Gegenzug ist das Gleis ausgestattet, im Hochsommer verkehrt dieser Publikumsmagnet fast im Minutentakt. Eingestiegen und mitgefahren an einem der vielen Haltepunkte und los gehts. Der Wald lichtet sich, geht in Buschland über, immer mehr Sanddühnen stellen sich in den Weg und dann ist der Haltepunkt erreicht – alles aussteigen! Durch einen Hohlweg zwischen 2 Dühnen wandert man nun weiter und da erschließt sich auf einmal ein grandioses Panorama eines kilometerlangen riesigen weißen Sandstrandes mit Wellenbrechern wie man sie nur aus dem Fernsehen von den Surffilmen her kennt. Stundenlang kann man es hier aushalten!

die historische Hafeneinfahrt von La Rochelle

die historische Hafeneinfahrt von La Rochelle

Bei etwas schlechterem Wetter empfiehlt sich ein Ausflug auf das Festland in die rund 60 Kilometer entfernte alte Hafenstadt „La Rochelle“. Der historische Ortskern ist erhalten geblieben, ebenso die alte Hafeneinfahrt und die „Laterne“, der Aussichts- und Leuchtturm der Stadt. In den engen Gassen findet man auf einmal dann auch diverse namhafte Mehr-Sterne-Restaurants, deren Kühltransporter täglich einem in La Cotiniere am Fischerhafen auf der Ile d‘ Oleron über die Füße fahren. Mitten im Segelhafen „Les Minimes“ von La Rochelle liegt auch eines der weltbekannten „Aquarien“. Das in La Rochelle ist mit das Größte überhaupt, ist mit riesigen Bassins ausgestattet, unter denen man durchgehen kann oder einfach in einer Glasröhre durch ein Korallenriff „durchläuft“. Sowas muss man gesehen haben, und wenn man dann auch noch am französischen „Muttertag“ dort auftaucht, kostet der Eintritt für nachweisliche Mütter nichts – notfalls sich am Eingang ein fremdes Kind schnappen und als sein Eigenes ausgeben 😉 .

© Text & Fotos: Hans-Martin Goede, 28. Januar 2003

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