
PORTO (19.06.2026) – Wer sich Porto anschaut, kommt um eine „Sache“ nicht herum – Portwein. Wohl mit die süßeste Versuchung neben Schokolade und Monbazillac-Wein. Das Herz des Portwein schlägt am Douro – in Porto. Gegenüber der Altstadt am anderen Flussufer in der „Vila Nova de Gaia“.

Und wie es auch in den Weinkellern von Frankreich auf diversen Chateaus und Whisky-Distillen in Schottland üblich ist, kann man in Porto von einem Weinkeller in den nächsten stolpern, denn am Ufer des Douro sind sie alle zu finden, z.B. CALEM und SANDEMAN.
Auch wenn die Herstellung des Portwein grundsätzlich mal gleich ist – die unterschiedlichen Weinhänge (den harakteristischen, terrassierten Schieferhängen des Douro-Tals), verschiedene Erntezeitpunkte (normalerweise im September, Klimawandel sei Dank inzwischen teils schon im August) und lokale Wetterereignisse sorgen Jahr für Jahr für Nervenkitzel bei den Portwein-Winzern – denn am Ende sollen ja die Produkte – wie Ruby Port, Tawny Port, Vintage Port wie White Port – immer ziemlich gleich schmecken.
Das Douro-Tal und seine Weinhänge zählen übrigens zu den ältesten geschützten Weinregionen der Welt (seit 1756 reguliert). Zugelassen sind über 80 Rebsorten, am wichtigsten sind Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Roriz und Tinto Cão.
















Viele Details, wie der Portwein nun eigentlich hergestellt wird, erfährt man bei den geführten Touren durch die Kellereien – Karten „spotan“ dafür zu bekommen ist nur in der Vor- und Nachsaison der Stadt möglich, in den Sommermonaten empfiehlt sich eine Vorausbuchung (online möglich).
Grundsätzlich gilt für den Portwein: Nach der Ernte werden die Trauben gepresst und die Maische beginnt zu gären. Traditionell geschieht dies in flachen Granittrögen („Lagares“), in denen die Trauben mit den Füßen gestampft werden – diese Methode wird bei Spitzenweinen teils bis heute angewendet (wie z.B. Sandeman und Calem übereinstimmend betonen), ist heute aber meist durch mechanische Verfahren ersetzt.
Das Besondere an Portwein ist, dass die Gärung jedoch bewusst unterbrochen wird. Nach nur zwei bis drei Tagen, wenn der Wein noch viel Restzucker enthält, wird ein neutraler Weinbrand (ca. 77 % Vol., „Aguardente“) zugesetzt. Dadurch stirbt die Hefe ab und die Gärung stoppt, bleibt die natürliche Süße der Trauben erhalten, sowie steigt der Alkoholgehalt auf etwa 19–22 % Vol. Der junge Wein wird zunächst vor Ort in den Weinbergen gelagert und erst im Frühjahr in die „Vila Nova de Gaia“ (gegenüber von Porto) transportiert, wo die Portwein-Keller (Caves) liegen. Dort reift er je nach Stil unterschiedlich lange, sei es als Flaschen-Reifung (reduktiv) für den „Vintage Port“ – oder die Holzfass-Reifung (oxidativ) – für den Tawny und Colheita Portwein. Und dann eben „kurze“ Lagerung, 10 oder 20 Jahre…. oder noch länger. Man kommt sich da vor wie in Schottland. Nur dass es in Porto wesentlich wärmer ist und der Portwein weniger als die Hälfte der „Umdrehungen“ enthält 🙂
Warum bei uns auf der Webseite nun nur zwei der unzähligen „Caves“ genannt und vorgestellt werden? Nun – SANDEMAN hat man ja schon öfter mal „genossen“ und möchte daher gerne mehr über die Kellerei und Herstellung erfahren. Und CALEM ist die ursprünglichste Portweinkellerei und ist ein „portugiesisches Original“, das ohne Briten in der Gründungsphase auskam 🙂
© Text Hans-Martin Goede 19.06.2026, Fotos © 2026 – gerne erfragen Sie weiteres hochauflösendes Bildmaterial aus unserer umfangreichen Datenbank, wir lizensieren Ihnen gerne gewünschte Motive. Eine Auswahl der Motive zu diesem Reisebericht finden sich auch auf ADOBE STOCK HIER!