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Urgewalten: die Wasserfälle von Island

der Gullfoss - der "goldene Wasserfall" am "Golden Circle"
der Gullfoss – der “goldene Wasserfall” am “Golden Circle”

DETTIFOSS (©Hans-Martin Goede) – Mehr als 75 namentlich bekannte Wasserfälle werden bereits auf Wikipedia für Island gelistet – und es werden immer mehr. Wie viele es am Ende wirklich sind, die zwischen Reykjavik im WESTEN und Seydisfjördur im OSTEN, sowie Akureyri im NORDEN und VIK im SÜDEN, oder aber auch in den Westfjords und im Hochland zu finden sind, das wird man wohl nie so genau erfahren, auch wenn sie “die” Hauptattraktionen des Tourismus auf Island sind und das Landschaftsbild prägen. Fakt ist: es dürften unterm Strich hunderte sein, selbst wenn man die kleinen weglässt, weil sie mehr unter der Bezeichnung “Katarakt” oder “Stromschnellen” laufen. Und durch die Erosion bedingt gräbt sich das Wasser auf Island durch das unterschiedlichste Vulkangestein – so entstehen immer wieder neue Wasserläufe wie Wasserfälle – andere versiegen dafür.

Berühmt für seinen Regenboden: der Seljalandsfoss im Südwesten von Island
Berühmt für seinen Regenboden: der Seljalandsfoss im Südwesten von Island

Netterweise hat die Natur dafür gesorgt, dass viele der eindrucksvollsten Wasserfälle von Island mehr oder weniger weit von der Ringstraße entfernt zu finden sind. Was vielleicht auch ganz gut so ist, denn für den Massentourismus ist das zentrale Hochland dieser Vulkaninsel einfach nicht geschaffen. Die Parkplätze reichen ja bei den bereits “erschlossenen” Wasserfällen von der Vor- über die Haupt- bis hin zur Nachsaison kaum aus. Im Südwesten von Island ächzen der Gullfoss, Oexarafoss, Seljalandsfoss und Skogafoss schon jetzt unter dem Besucheransturm.

der Svartifoss am Skaftafellsjökull - von hier aus ist man mit am nächsten am Morsarfoss dran
der Svartifoss am Skaftafellsjökull – von hier aus ist man mit am nächsten am Morsarfoss dran

Mit 227 Meter Fallhöhe ist der Morsarfoss der höchste Wasserfall Islands – und ist bestenfalls zu Fuß (nur mit Alpinerfahrung!) im Gebiet des Nationalpark Vatnajökull erreichbar. Er wurde erst 2007 entdeckt und 2011 erstmals vermessen. Mit eine Erklärung, warum es von ihm bislang relativ wenige Fotos gibt! Gut zu Fuß binnen ca. 30 bis 40 Minuten vom Besucherzentrum Skaftafell erreichbar ist dafür der Svartifoss auf der riesigen Felszunge vor dem Morsarfoss. Dank seiner Einrahmung von schwarz-grauen Basaltsäulen, die mehr an Orgelpfeifen als an Steinwände erinnern, vermag er viele Künstler Islands seit Generationen zu neuen Werken inspirieren!

der mächtigste Wasserfall Europas: der Dettifoss ist an Wasservolumen unschlagbar.
der mächtigste Wasserfall Europas: der Dettifoss ist an Wasservolumen unschlagbar.

Um so einfacher zu erreichen ist dafür der Dettifoss im Nordosten von Island – und er ist der mächtigste Wasserfall Europas. “Nur” 44 Meter Fallhöhe für das Wasser, aber dafür mehr als 100 Meter breit. Und das beschert ihm im Jahresschnitt einen unglaublichen Wasserfluss von ca. 193 Kubikmeter Wasser – pro Sekunde. Der Wasserfall ist beidseitig mit dem Auto erreichbar: die Ostseite über die Schotterroute der 864, die Westseite mit der 862 (Dettifossvegur) ist inzwischen asphaltiert – hier hat es auch einen großen Parkplatz – und die sicheren Wege als auf der Ostseite.

Welches nun der schönste aller schönsten Wasserfälle auf Island ist? Nun, das gilt es selber zu entdecken. Jeder hat seinen eigenen Charme, seine eigene imposante Urgewalt – und damit seine eigene Schönheit. Einfach genießen, das ist wohl angesagt! Und deshalb nun noch einige Fotos weiterer Wasserfälle zum staunen:

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© Text Hans-Martin Goede 15.11.2019, Fotos © 2015 bis 2017 – gerne erfragen Sie weiteres hochauflösendes Bildmaterial aus unserer umfangreichen Datenbank, wir lizensieren Ihnen gerne gewünschte Motive. Eine Auswahl der Motive finden sich auch auf ADOBE STOCK HIER!

Raues Klima, karger Boden. Islands Flora und Fauna wächst langsam, Schäden durch den Mensch sind teils Jahrelang sichtbar!
Raues Klima, karger Boden. Islands Flora und Fauna wächst langsam, Schäden durch den Mensch sind teils jahrelang sichtbar!

Wenn unser Reisebericht Sie nun zu einer Islandreise verleitet, bitten wir höflichst darum, einige Regeln für diese wunderbare Insel am Polarkreis zu achten! D.h. Verkehrsregeln gelten auch für Touristen, verlassen Sie keine Wege nur um einen schillernden Stein aufzuheben und dann doch wegzuwerfen – Sie könnten auf den wenigen Metern zarte Pflanzen zertreten, so das auf lange Zeit an dieser Stelle nichts mehr wächst. Gehen Sie auf den Toiletten an den Tankstellen oder den Rastplätzen – „no shit, no paper“ gilt für jeden hier in der Natur! Offroad kann man mit 4×4 Autos auf den Pisten der F-Straßen genügend fahren, man muss dafür keine Straße verlassen und den Boden zerstören! Auch wenn am Beginn einer F-Straße kein weiteres Hinweisschild steht: diese Straßen sind (hochbeinigen) 4×4 Autos vorbehalten: Kleinwagen oder Campingautos/Caravans haben hier nichts zu suchen. Alle Infos zu den Strassenverhältnissen auf Island gibt es immer live unter www.road.is! Gecampt wird auf offiziellen Zeltplätzen und nur wenn es sich nicht vermeiden lässt in freier Natur! Und in Folge dessen verlässt man den Platz in der Natur, den man genutzt hat so, als wäre man nie da gewesen: keine zertretenen Pflanzen, kein Müll! Das Wetter auf Island kann von einer Minute zur anderen umschlagen. Sturm heißt Sturm, der Wind bläst schnell mal mit über 100 km/h. Wetterinfos und – warnungen gibt es jederzeit unter en.vendir.is oder savetravel.is (auch auf Deutsch).

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