COIMBRA (18.04.2023) – Bereits im April 2022 haben wir (erstmals) die quirrlige Univeristätsstadt Coimbra im Herzen von Portugal besucht (siehe Reisebericht HIER). Genau ein Jahr später waren wir neuerlich vor Ort – und haben viele neue Ecken dieses pitoresken Städtchens kennengelernt.
Hier wuselt weiterhin das Leben – rund um die Universität oben auf dem zentralen Hügel auf der Südseite der Altstadt. Die mehr als 20.000 Studenten, deren Lehrsäle sich vor allem in den nationalsozialistischen Protzbauten aus der portugiesischen Diktatur der 1940er Jahre befinden, studieren an der ältesten Universität des Landes: Sie wurde bereits im Jahr 1290 n.Chr. gegründet. Sehenswert ist vor allem hier der große Innenhof mit dem alten Glocken- und Uhrturm mit dem angegliederten Königspalast und der historischen Bibliothek der Universität (sie umfasst mehr als 300.000 kostbarste Werke).
In der Altstadt selber entdeckt man an ein paar optisch mehr an Ruinen erinnernden Häusern revolutionäre Sprüche und Fahnen mit Hang zum Hausbesetzertum, daneben renovierte Häuser mit Tourismussymbolen für Ferienwohnungen oder AirBNB – wenige Wohnhäuser, auch ein paar Restaurants und Bars, aber vor allem extrem viel Leerstand. Für eine Universitätsstadt doch sehr ungewöhnlich.
Das Leben selber pulsiert jedoch in der „Rua Ferreira Borges“, der Fußgängerzone – bzw. der „Neustadt“, die einst vor den Toren und der Stadtmauer errichtet wurde. Neben den „üblichen“ touristischen Geschäften mit portugiesischen Keramiken und Korkprodukten locken auch traditioneller Einzelhandel und Bars wie Cafés und kleine Restaurants zum bummeln und verweilen – und shoppen. Straßenmusiker geben alle paar hundert Meter ihren instrumentalen Gesang zum Besten, an Samstagen auch mal ein paar mehr als unter der Woche, vor allem wenn das Wetter (wie im April 2023) mitspielt und der Sommer Einzug gehalten hat.
Ein besonderes Einkaufserlebnis ist bei COMUR 1942 (www.comur.com) zu bekommen. Das Kronjuwel der Portugisischen Fischzubereitung findet hier sein „goldenes“ Herz – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn nicht nur nach Jahrgangsdosen und diversen Geschmacksrichtungen wie Zubereitungen wird hier für das genussvolle Abendessen daheim verkauft, sondern auch als „Goldbarren“, sprich in einer goldenen Dose gibt es für den entsprechenden Geldbeutel 140 Gramm unverfälschten Geschmack – Sardinenfilets hauchzart und ohne Haut wie Gräten, garniert bzw. besprenkelt mit essbarem Gold. Luxus für den Gaumen.
Für den süßen Abgang ist in Coimbra die „Chocolateria Equador“ (www.cacaoequador.pt) in der Rua Quebra Costas die beste Adresse. Schokoladenspezialitäten mit einem Kakaoanteil von bis zu 100 % – und mit der entsprechenden Beimischung auch in anderen Geschmacksrichtungen.
Nur wenige Meter weiter den Berg hinauf Richtung Altstadt findet sich auch der kleine Laden der Künstlerin Marcia Santos. Sie hat sich vor rund fünf Jahren mit ihren Aquarell-Illustrationen selbständig gemacht und malt wie fertigt kleine Kunstwerke direkt vor Ort. Einfach mal reinschauen 🙂
Im Herzen von Coimbra befindet sich die Klosterkirche Santa Cruz, heute die katholische Pfarrkirche der Stadt – mit Mausoleum und Grabstätte des ersten Königs von Portugal. Teile der Kirche sind zugleich ein Museum. Besonders sehenswert ist hier der Orgelprospekt im Kirchenraum aus dem Jahr 1530 n.Chr.. Die Orgel feiert also in Kürze ihren 500. Geburtstag! Erweitert wurde sie von 1719 bis 1724 von Manuel Benito Gomez de Herera. Ein kleiner Klangeindruck ist übrigens HIER auf YOUTUBE zu finden. Die gotische Kirche selber ist auch sehr sehenswert – zumal die Seitenwände in weiten Teilen traditionell portugisisch gefliest sind.
Wer nach einige Stadtkilometern hungrig wurde oder einfach mal bei Sangria und kaltem Wasser die Füße entspannen will: Im Café NICOLA, seit 1779 in Coimbra, gibt es neben einem hervorragenden Café (und eben Sangria, auch als 0,3 L zu bekommen…) auch eine sehr schöne Auswahl an frisch zubereiteten Salaten wie Mittagstisch aus dem Ofen. Tintenfisch, Steak, Stockfisch in Olivenöl gegart – ein Genuss für den Gaumen. Und dass es hier besonders gut schmeckt zeigt auch die Tatsache, dass von den Cafés bzw. Restaurants daneben die Mitarbeiter lieber bei „Nicola“ ihre Pause genießen als aus der eigenen Küche!
Als Abschluss noch ein Spaziergang im Parque da Cidade Manuel Braga am Fluss Mondego, im Fluss die Wasserspiele – die alten Bäume spenden Schatten – man kann hier lange sitzen und den Tag genießen: Aproveite o dia!
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© Text Hans-Martin Goede 18.04.2023, Fotos © 2022/2023 – gerne erfragen Sie weiteres hochauflösendes Bildmaterial aus unserer umfangreichen Datenba