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Edinburgh – die Schottische Kapitale

Stadtpanorama Edinburgh

Stadtpanorama Edinburgh

EDINBURGH (© hmg) – Allein die Schlagworte für die Hauptstadt von Schottland sind beachtlich: Edinburgh Castle, Royal Mile, Holyrood Palace, Arthurs Seat, Calton Hill, Waverly Station, Balmoral Hotel, Princess Street, … die reinste Keyword-Sammlung für SEO-Freaks, Schlagworte, die sich noch beliebig weit fortsetzen lassen. Und am Ende ist doch nur die Stadt gemeint, die mit prähistorischen Grabstätten und einem “Standing Stone” (Menhir) wie in der Bretagne die ersten Spuren der Menschen in dieser Region aufweisen kann, bevor eine eisenzeitliche Siedlung ca. 100 v.Chr. im Stadtgebiet die erste Wohnbebauung bezeugt. In den letzten 2000 Jahren hat sich viel getan – selbst die Römer waren  da (wie kann es anders sein bei “sieben Hügeln”?!), die Pikten wie die Kelten. Seit 1437 ist Edinburgh in jedem Falle bereits die Hauptstadt der Schotten, seit 1999 auch der Sitz des neu gegründeten Schottischen Parlaments. Viele Reiseanbieter empfehlen ein “Wochenende in Edinburgh” oder “Ihr Städtetrip” – ganz ehrlich: die Stadt hat mehr verdient als 2-3 Tage. Weshalb wir eigentlich alle 2 Jahre vor Ort sind und jedes mal Neues entdecken! Keine andere Stadt kann einen so in den Bann ziehen wie Edinburgh.

Edinburgh Castle - auf dem Castle Hill bzw. Rock

Edinburgh Castle – auf dem Castle Hill bzw. Rock

Edinburg Castle wird urkundlich erstmals 1093 n.Chr. erwähnt – und trohnt seither erhaben über der Stadt. Es ist der “Höhepunkt” der Stadt, sowie eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Schottlands. Die Festung sitzt auf einem ca. 340 Millionen alten Vulkanschlot – nach drei Seiten hin fällt der Basaltfels fast senkrecht ab. Nach Osten führt die “Royal Mile” – die tatsächlich etwa eine (schottische) Meile lang ist – durch das alte Herz der Stadt direkt zum Holyrood Palace, in dem heutzutage die Britische Königin gerne mal residiert, wenn Sie in Schottland weilt. Die Burganlage des Castles ist weitläufig, Gebäude wie ein eigenes Krankenhaus und Wirtschaftsgebäude im äußeren Ring, in der Zitadelle, über das Foog´s Gate zu betreten, steht gleich linker Hand das älteste Gebäude, die St. Margarets Kapelle, daneben die gigantische Kanone “Mons Meg”. Im königlichen Palast sind die schottischen Kronjuwelen ausgestellt – ein paar Stunden Zeit für alles sollte man hier schon mitbringen. Im August findet jedes Jahr das “Military Tattoo” statt – DAS Spektakel in Schottland schlechthin. Eine Erfahrung, die uns leider noch fehlt 🙂

Die “königliche Meile” hat mehr als faszinierende Hausfassaden zu bieten – sie führt vom Castle langsam bergab, vorbei am “Scotch Whisky Experience” Haus (das man besuchen sollte, wenn man nur in Edinburgh ist und nicht darüber hinaus kommt um Distillen zu besuchen!) über die ehemalige “Highland Tolbooth Church” und die St. Giles Cathedral (geweiht dem Stadtheiligen Ägidius von St. Gilles) vorbei am People’s Story Museum (Canongate Tolbooth), dem Museum of Edinburgh und das John-Knox-Haus (der Reformator der Schottischen Kirche) bis runter zum o.g. Holyrood Palace.

Scottish Soup of the day: Whisky!

Scottish Soup of the day: Whisky!

Wem zwischendurch mal die Füße weh tun – eine “Soup of the day: Whisky” gibt´s neben Kaffee im Castle Arms auf der Johnston Terrace 6. Wer es gerne deftig mag, dem empfehlen wir gerne die Arcade Bar in der Cockburn Street mit “Robert Burn’s famous Haggis” – oder das nur wenige Meter weiter liegende Pub Malt Shovel Inn. Ein hervorragendes brauereieigenes Nicholson´s Pale Ale kann man in der Mitre Bar genießen, auch das Essen ist dort sehr gut, die Bedienung auf Trab.

Der Calton Hill mit seiner "Sammlung" an "Monuments"

Der Calton Hill mit seiner “Sammlung” an “Monuments”

Wendet man sich auf der Princes Street beim Balmoral Hotel (mit der Turmuhr) nach Osten, gelangt man nach wenigen 100 Metern vorbei am “Martyrs Monument” zum Calton Hill, einer der sieben Hügel von Edinburgh. Von hier aus ergibt sich abermals ein wunderbarer Panoramablick über die New wie Old Town – und man steht zwischen einer ganzen Ansammlung von “Monuments”, wie dem National Monument (es sind allerdings nur 12 Säulen ohne viel Bezug die hier “rumstehen” als Folge eines an den Finanzen gescheiterten Großprojektes im 19. Jahrhundert), dem Nelson Monument (es erinnert an den Sieger der Seeschlacht bei Trafalgar, Vize-Admiral Horatio Nelson), dem fotogenen Dugald Stewart Denkmal (ohne das kein Foto von hier oben gemacht werden darf), ebenso das historische Stadtobservatorium mit seinem Kuppeldach – und an einem sonnigen (und halbwegs warmen) Abend taucht das Sonnenlicht die Stadt in einen besonderen Farbton, den man von hier aus besonders genießen kann.

die "Britannia" im Hafen von Edinburgh

die “Britannia” im Hafen von Edinburgh

Nicht unbedingt zu Fuß erreichbar ist ein königliches Stück Stahl, das im Hafen von Edinburgh vor Anker liegt: die “Royal Yacht Britannia“: “Entdecken Sie, was das Leben an Bord der schwimmenden Königsresidenz ist.” Mehr als 40 Jahre mit mehr als 1 Million Seemeilen war das Schiff für die Köngliche Familie auf See – der normalsterbliche Bürger könnte sich das nicht mal einen Tag lang leisten. Und so ist der Eintrittspreis für ein paar Stunden Herumgestolper zwischen Vitrinen und royalen Kojen von 16 Britischen (oder auch Schottischen) Pfund ziemlich “königlich”, gesetzt der Fall, man hat genügend Zeit sich beim “queuing” am Eingang mitgebracht.

Dean Village in Edinburgh am Fluss Leith

Dean Village in Edinburgh am Fluss Leith

Wer seine Füße noch nicht wund gelaufen hat, sollte die ca. 1000 Meter vom westlichen Ende der Princess Street nach Nordwesten laufen und am Leith den Ortsteil Dean Village anschauen. Der Fluss hat sich hier tief in die Erde eingegraben, mit die schönsten Gebäude der Stadt gruppieren sich rund um das Stauwehr. Im Winter ein gern gesehenes Fotomotiv in “Schwarz Weiss”, im Sommer mit den frischen Farben der Natur und den farbenfrohen Gebäuden ebenso ein “Photographers Point”. Alternativ steht (am entgegengesetzten Ende der Stadt) einem Ausflug auf den 251 Meter hohen Arthur´s Seat im Holyrood Park nichts entgegen. Da hier aber für gewöhnlich immer eine “steife Brise” geht, sollte man auch in den Sommermonaten nicht ausschließlich im T-Shirt den “Hausberg” Edinburghs besteigen. Ebenso empfiehlt sich hier festes Schuhwerk!

Dougie Scott - seine Stadtführung dauert nur eine Stunde und ist herzerfrischend witzig!

Dougie Scott – seine Stadtführung dauert nur eine Stunde und ist herzerfrischend witzig!

Wem die “Hop on hop off” oder auch längere (durchaus sehr informative) Stadtführungen zu teuer sind oder zuviel Zeit beanspruchen – dem sei die kostenlose Stadtführung von Dougie Scott empfohlen! Dougie bietet täglich um 12 Uhr eine “Free Tour” rund um die St. Giles Cathedral an, die sich an Personen über 18 Jahre richtet – und nur eine kurzweilige Stunde lang ist. Bei der Volljährigkeit geht´s aber weniger um die teils “eindeutig zweideutigen” Anmerkungen zu so manchem historischen Highlight Edinburghs, sondern um eine unfallversicherungstechnische Frage. Dougie macht die Touren bereits seit 2010, man “trampelt” mit ihm auf dem Grab(Park)platz Nr. 23 von John Knox herum, erfährt z.B. warum sich vor St. Giles einige Bronzesteine im Kopfsteinpflaster befinden, warum die Zehen der Statue von Edinburghs Philosoph, Ökonom und Historiker David Hume golden aussehen, warum eine schottische Meile nicht gerade der britischen entspricht, wer außer literarischen Namen wie Harry Potter & Co noch in der Schottischen Hauptstadt erfunden wurden (Antwort: James Bond!) und wo man die teuersten Apartements der Stadt findet, um sein Geld mehr oder weniger gewinnbringend anzulegen. Dougie ist täglich gegen 12 Uhr an seiner “Box” vor St. Giles – wenn keine Touristen da sind, geht er wieder heim. Steht er mal nicht da ist das Wetter zu mies oder seine Stimme ist einfach von der letzten Tour noch etwas heiser – oder ein Freund kommt als Ersatz und erzählt ein paar witzige Fakten zur Stadt 🙂

Rosslyn Chapel - bekannt "aus Funk und Fernsehen" durch den da Vinci Code

Rosslyn Chapel – bekannt “aus Funk und Fernsehen” durch den da Vinci Code

Ein wenig weiter außerhalb von Edinburgh – und nur erreichbar per Auto – lohnen sich noch Ziele wie die Rosslyn Chapel südwestlich von Edinburgh, aber auch die bekannte Forth Bridge nordwestlich der Stadt am Firth of Forth. Wer auf Whiskys aus den LowLands inkl. Führung durch die Brennerei mit anschließender Verkostung Lust hat, dem sei die Glenkinchie Distillery südsüdöstlich der schottischen Hauptstadt empfohlen. Last but not least – doch schon deutlich weiter außerhalb bei Falkirk gelegen – die “Kelpies“, zwei Pferdekopfskulpturen aus Stahl, ca. 30 Meter hoch – und vor allem im Abendlicht ein Sammelpunkt aller Fotografen. Nur ein paar Autominuten entfernt ist seit 2001 das Schiffshebewerk der “Falkirk Wheels” zu bewundern. Der alte Verbindungskanal Glasgow / Edinburgh wurde zur Jahrtausendwende wieder in Betrieb genommen – den größten Höhenunterschied überwindet der Kanal per modernem “Drehrad”, mit dem parallel ein Schiff angehoben und das andere Schiff abgesenkt werden kann!

Fakt ist: Edinburgh ist immer eine Reise wert – Dank seines Flughafens ja auch der ideale Ausgangspunkt für die Erkundung der Highlands (siehe unsere Reiseberichte zu Schottland!). Eben deswegen ist dieser Artikel bei weitem noch nicht “vollständig” und es wird noch einige Besuche der Stadt brauchen, alle Ecken der Stadt zu entdecken. Hoffen wir auf die Vernunft der Engländer beim Brexit 2019 – die Schotten wollten ja mehrheitlich in der EU bleiben, so dass es nicht ab 2021 Dank neuer Einreisebestimmungen heißt: “Not welcome”…

© Text (19.03.2018) und Fotos (2010 bis 2018) Hans-Martin Goede – gerne erfragen Sie weiteres hochauflösendes Bildmaterial aus unserer umfangreichen Datenbank, wir lizensieren Ihnen gerne gewünschte Motive. 

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